Tauchclub Neptun Muttenz

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Tour de Suisse 2016

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So, nach langem habe ich doch noch Zeit gefunden den Bericht zur Tour de Suisse zu schreiben.

Angefangen hat das Ganze eigentlich etliche Jahre vorher als ich mit Alexander am Fernsteinsee war, um die Tauchplätze zu erkunden. Und wenn man schon so weit fährt, dann bietet es sich an, auf dem Rückweg übers Engadin zu fahren und dort noch den Silsersee und den Marmorerasee zu erkunden. Und dabei kam die Idee, mit etwas mehr Zeit die Runde zu vergrössern und die ganze Schweiz zu betauchen.

Es brauchte etwas Zeit, einige Tauchweekends um Erfahrung zu sammeln und eine gute Gelegenheit um so etwas durchzuführen. Die Gelegenheit kam mit dem 25-jährigen Jubiläum des Tauchclubs. Die Resonanz auf den Vorschlag war bei den Clubmitgliedern doch positiv, eben mal etwas Anderes zu machen. Also ging es an die Umsetzung.

Die beste Jahreszeit fürs Bergseetauchen ist September bis Anfang Oktober, das passt auch gut für die anderen Seen. Dann war klar, wenn schon Tour de Suisse, dann alle Regionen und das innerhalb einer Woche.  Dazu keine Passfahrten direkt nach den Tauchgängen, keine allzu langen Strecken im Auto, Hotels in Seenähe und, ganz wichtig für uns Taucher, Füllstationen. Am Schluss gab es einige Optionen zur Streckenführung, aber eine hat sich herauskristallisiert. Auf den Genfersee mussten wir verzichten wegen den Distanzen.

Und dann ging es am  Samstag den 17. September los. Treffpunkt in Diegten. Immerhin 8 Taucher und 2 Nichttaucher, so dass wir mit 5 Autos unterwegs waren. Es hat sich gezeigt, dass 8 Taucher eine gute Zahl war, das gab dann jeden abend (oder morgen) 16 Flaschen zu füllen, und das braucht Zeit. Viel mehr sollten es nicht sein.

Erster Tag der Tour am Neuenburgersee – Boudry Plage.  Wetter einigermassen trocken, Sicht relativ gut und viele Fische im Wasser. Das war ein guter Start in die Tour. Nach unseren 2 Tauchgängen weiter nach Hilterfingen am Thunersee. Übernachtung im Hotel Stella del Lago und Flaschen füllen direkt gegenüber beim TT Thunersee. Zum Glück konnten wir im Geschäft füllen, das ging einiges schneller als an der Aussenfüllstation.

Den zweiten Tag auf der Tour verbrachten wir am Thunersee – Ralligen Stampach (Enteneck war am morgen schon voll belegt). Zwei Tauchgänge bei leichtem Regen. Gute Sicht im See, aber fast keine Fische. Im Anschluss wieder Flaschen füllen beim TT Thunersee. Dank anderen Tauchern mit Schlüssel konnten wir trotz Sonntag wieder innen füllen. Danach, mit Oberflächenpause,  ins Auto und über den Brünig zum Vierwaldstättersee. Diesen haben wir dieses Mal links liegen gelassen und haben in Schattdorf übernachtet.

Am Montag (Tag 3) nach dem Frühstück weiter durch den Gotthard ins Tessin. Im Norden noch Regen, im Süden Sonnenschein – so muss es sein. Wir hatten uns bei Lugano Sub angemeldet um das Clubgelände für 2 Tauchgänge im Luganersee zu benutzen, ebenso den Kompressor. Wir wurden herzlich empfangen und konnten die gesamte Infrastruktur nutzen. Leider war der Luganersee doch recht trüb, aber es hat für 2 weitere Tauchgänge gereicht. Nach dem Flaschen füllen wieder ins Auto und weiter zu unserem Italienabstecher. Das Ziel war das Hotel Sole in San Siro direkt am Comersee, und an unserem Weg ins Engadin gelegen.

Da niemand Erfahrung mit dem Comersee hatte und online auch wenig Information zur Verfügung stand (Tauchplatzinfo / Schulen auf der anderen Seeseite), sind wir am Dienstag (Tag 4) beim Hotel Richtung Santa Maria Rezzonico abgetaucht. Sicht super, aber keine Fische und nur eine schöne Schlicklandschaft. Für den zweiten Tauchgang bei der Bachmündung war die Gruppe schon kleiner – aber immerhin 2 kleine Wracks mit Egli, einige Groppen und viele Schnecken im Seegras.

Nochmals übernachten in San Siro bei gutem italienischen Essen, und am morgen dann weiter über den Maloja ins Engadin zum Hotel Cristallina am Silsersee. Das Wetter im Engadin gut, im Süden soll es jetzt schlechter werden – passt perfekt.  Im Cristallina erst mal wieder Flaschen füllen, mit leistungsfähigem Kompressor war das zügig erledigt. Danach zum ersten Tauchgang am fünften Tag der Tour  am Sasc da Corn, die Umrundung der Halbinsel stand an. Die Sicht war sehr gut, den Fiat haben wir auf Anhieb gefunden, und vereinzelt waren Saiblinge in den Felsspalten zu sehen. Nur die Felsenwände unter Wasser können in die Irre führen, so tauchte eine Hälfte der Gruppe gefühlt mitten im See auf. Aber für geübte Flössler kein Problem.

Dann für den zweiten Tauchgang zum Pulvermagazin, ein etwas steiler Abstieg, den wir mit Seil gesichert haben. Aber abgesehen vom Einstieg ein schöner Tauchplatz mit versenkter Kutsche.  Danach zurück zum Hotel, Flaschen schon wieder füllen und dabei die schöne Engadiner Abendstimmung beim Dekobier geniessen. Nach der Nacht und Frühstück dann weiter über den Julier zum Marmorerasee.  Unter der Woche hatte es genug Platz und wir konnten auch am sechsten Tag zwei schöne Tauchgänge bei toller Sicht machen Auch Forellen haben sich Bachlauf unter der Brücke blicken lassen. Danach wieder ins Auto und weiter nach Mols am Walensee.

Am vorletzten Tag (Tag 7 der Tour) standen dann die 2 Wracktauchgänge an. Gleich am morgen im Walensee zu den Lediwracks. Leider war hier wieder mal trübe Sicht, und nicht alle wollten bis runter zu den Wracks. Danach gemütlich weiter zum Bodensee nach Bottighofen zum Bootstauchgang an die Jura, dem eigentlichen Highlight der Tour. Treffpunkt um 17:00 im Hafen, dann ein kurzes Briefing und los gings. Freiwasserabstieg an der Ankerleine, die Sicht oben war nicht so toll, am Wrack war sie gut aber entsprechend dunkel. Nach 45 Minuten waren wir wieder alle draussen – ein schönes Erlebnis.

Danach weiter nach Wallhausen für unser letzte Nacht auf der Tour.  Am morgen nochmals Flaschen füllen. Wer noch wollte machte noch einen Tauchgang in Wallhausen, und das wars dann schon.  Müde aber zufrieden haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht. Eine Woche Abenteur lag hinter uns, 15 Tauchgänge, 8 Seen, alle 4 Sprachregionen plus Abstecher nach Italien, etwa 1000km gefahren, und einfach mal etwas Neues gemacht.

Am Schluss noch zu sagen, schön wars, aber jedes Jahr so eine Tour wäre recht anstrengend. Das Wetter war nahezu durchgehend gut, nur etwas nass am zweiten Tag. Mehr Regen hätte sicher aufs Gemüt geschlagen, und ständig ein nasses Auto wäre nicht angenehm gewesen. Auch eine Woche genügt – Stickstoff, Sonne, Auto fahren – das ermüdet auf die Dauer.  Einen Dank noch an all die Unterstützung unterwegs, wir sind ja keine Reiseveranstalter mit all-inclusive Angebot.

Guet Luft, Dieter

 

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