Tauchclub Neptun Muttenz

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Home Berichte Clubtauchgänge Tessin-Wochenende 25. bis 27. September 2015

Tessin-Wochenende 25. bis 27. September 2015

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Was macht man, wenn man am Gotthard im Stau steht? Man lässt das Wochenende Revue passieren und wenn man schon dabei ist, kann man es ja auch gleich auf’s Papier bringen.

Freitag

Individuell sind wir in 5 Autos nach Caslano im schönen Tessin angereist. Dort haben wir uns verabredet um jenseits des Hafens zu tauchen. Hinter den Bojen durfte man schon abtauchen, und etwas weiter hinten hatte man trotz schlechter Sicht eine schöne Wand. So ab 20m war die Sicht dann recht gut, der See nicht so kalt, aber irgendwie fühlte ich mich immer etwas nasser. Was als „huch, was ist denn das?“ am Ärmel begann, wanderte langsam über die Schulter, den Bauch (brrrr!), die Oberschenkel, die Knie und in die Füsse. Immer mehr Luft musste in meinen Anzug rein und ich glaube, Yvonne hat sich gewundert, warum ich nach 15 Minuten schon umkehren wollte. Blubb, blubb, blubb hat’s bei jedem Luftstoss in den Anzug gemacht. Beim Aussteigen dann dicke Beine, und als Remo mich vom (theoretisch Trocken-) Handschuh befreit hatte, kam ein Schwall Wasser raus. Zusammen mit Maurice hievten sie mich aus knietiefem Wasser. Bärks, das war unangenehm! Zwei mm Reissverschluss offen reichen um mir zwei lang gestellte Fragen zu beantworten: 1. Frage: Kann man noch (auf)tauchen, wenn man richtig Wasser im Anzug hat? Antwort: Kann man, es wird einfach immer schwerer zum Schwimmen und man muss mehr Luft in den Anzug reintun und allenfalls ins Jacket. Man geht nicht unter. 2.  Wie lange dauert es, einen Trockentauchanzug innen zu trocknen? Antwort: Einen Nachmittag und eine Nacht. Wobei der Anzug mit den Füssen nach oben zuerst in einem Baum und dann später innen nach aussen gekehrt und Stiefel mit Zeitungen ausgestopft nochmals eine Nacht braucht. Auch die Kleider trocknen in dieser Zeit. Soweit so gut zu meiner Neugierde - und auf den zweiten Tauchgang verzichtete ich. Yvonne ist mit Remo nochmals rein, Dieter mit Alexander, Olivier mit Adrian und Maurice blieb bei mir, während unsere Ladies Irene und Lilly ins Dörfchen zum Apéro spazierten. Nach dem 2. Tauchgang haben wir alles zusammengepackt und sind um den Hügel herum in unser Hotel „Fonte dei Fiori“ gefahren. Autos wurden umgepackt, und mit 14 Flaschen im Gepäck sind unsere beiden technischen Leiter nochmals  los um in Lugano Paradiso bei den LuganoSub-Tauchern Luft für uns zu holen. Maura und Mao haben uns herzlich willkommen geheissen, alles gezeigt, und wir konnten Luft zapfen so viel wir wollten. Zurück im Hotel haben die Zurückgebliebenen dafür gesorgt, dass wir ein Plätzchen in einem hübschen Restaurant hatten. Das Abendessen war sehr gut, die Bedienung auf Deutsch und Italienisch charmant, und wir haben das Dekobier und den Hauswein genossen.

Samstag

Bella Italia, Lago Maggiore, verrückte Motorrad- und Autofahrer, und ein grosser Parkplatz mit wenig Autos. Der Einstieg war ganz gemütlich über ein paar Treppen und einen kleinen Kiesstrand, und dann war da auch schon fast die weisse Steinwand. Schon beim Abtauchen huschten die Groppen in alle Richtungen davon. Unter Wasser waren neben zwei Schafen, die sich offenbar verloren hatten, auch viele Eglis, Trüschen und Zander zu sehen. Beim Austauchen konnten wir in Ruhe Groppen in allen Grössen beobachten, und es war herrlich trocken!!! Nach dem Picknick schnallten wir uns die Flaschen nochmals auf und hüpften ein zweites Mal rein. Mittlerweile kam die Sonne und es ist immer wieder erstaunlich, was das ausmacht. Wunderschöne Tauchgänge hatten wir am „Calde“. Beim Aussteigen staunten wir nicht schlecht: Der ganze Parkplatz voll mit Autos und Tauchern, und die kleine Verpflegungsbude hatte auch aufgemacht. Also Zeit für Logbuch schreiben, etwas trinken und das Gewusel geniessen. Auf dem Heimweg machten wir in Luino noch Halt an einem grossen Supermarkt und kauften Picknick und andere leckere Sachen für zu Hause ein. Das Flaschen füllen hatte Dieter von Anfang an auf Sonntagmorgen geplant, weil wir dann sowieso bei den LuganoSub tauchen wollten. So hielten wir beim Beizli noch an, nahmen einen Apéro und genossen die letzten Sonnenstrahlen bevor es die letzten 300 Meter Richtung Dusche ging. Das Abendessen war wieder wunderbar, aber so langsam merkten wir alle den Stickstoff und entsprechend sind wir früher zurück und ins Bett.

Sonntag

Nochmals so richtig schön Frühstücken, Zimmer zahlen, Autos packen und auf nach Lugano Paradiso. Wir wurden schon erwartet, konnten die Autos unten lassen oder nach dem Ausladen mit einem Parkschild oben auf dem Parkplatz hinstellen. Flaschen füllen und nach und nach ins Wasser. Auf der rechten Seite erwartete uns eine wunderschöne Wand, eine Madonna und ganz, ganz, ganz viele Eglis. Yvonne und ich sind sicher so um die 5 Minuten nur dort geschwebt und haben Fische geguckt. Die tollste Überraschung waren Süsswasser-Quallen. Ganz seltenes Phänomen, das wir gewürdigt haben. Die zweittollste Überraschung, dass wir unser ganzes Kasumpel nicht 2x die 92 Treppenstufen hochschleppen mussten. Einmal reichte, wir konnten nämlich alles unten lassen und Olivier und Dieter haben uns die Flaschen gefüllt. Nach einem Picknick mit Sicht auf den See hinunter (man erinnere sich: 92 Treppenstufen sind nicht für lustig gebaut worden) hüpften wir nochmals rein und schauten uns die linke Seite an. Wir haben ein zweites Briefing von einem Alteingesessenen bekommen. Klar, wenn man schon 2000 Tauchgänge hier gemacht hat, dann weiss man wo jedes Hälmchen steht. Wir haben es versucht, aber hauptsächlich Golfbälle und Weihnachtsbäume gefunden. Und wieder Fische, Fische, Fische. Wahnsinn!!!! Es war einfach schön, und so gestärkt schafften wir dann auch die 92 Stufen nochmals mit allem. Oben haben wir alles versorgt, Logbuch geschrieben und sind ziemlich zügig aufgebrochen. Bloss dass es nicht viel gebracht hat: 1 Stunde Stau am Gotthard, warum weiss nur die blöde rote Ampel und irgendwelche Deppen, die nicht in ihrer Reihe bleiben können. Oben durch ging nicht weil wir getaucht sind, und auch dort haben sie immer wieder Staumeldungen wegen der Baustelle gebracht. Jä nu, nutzen wir doch die Zeit für einen kleinen Bericht. Voilà oder wie die Tessiner sagen: Ecco!

Vielen Dank an alle, aber hauptsächlich an Dieter, der uns wieder einmal an einem perfekt organisierten Tauchweekend  teilhaben liess. Ich fand es FANTASTICO!!

Tanti saluti, Ursi

 

 

 

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